Donnerstag, 29. November 2007
Ja, ich will ... lieber doch nicht!
Liebe Leser,
manchmal hat man es einfach nicht leicht im Leben. Da hat man den vermeintlichen Traumpartner gefunden, die Hochzeit steht an - und plötzlich plagen einen Zweifel. Ist das nun wirklich die oder der Richtige? Ein Glück, dass findige Versicherungsunternehmen uns auch in diesen Lebenslagen nicht im Stich lassen ...
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr ICONY-Team
Singles auf Ihrer Lieblings-Startseite
Immer mehr Internet-Nutzer starten ihre Surfabenteuer auf ihrer persönlichen und individuellen Startseite. Anbieter wie Netvibes, Pagesflakes oder natürlich auch Google bieten nämlich die Möglichkeit an, sich seine Einstiegsseite ins Internet selbst zu gestalten. Das geht ganz einfach, indem man sich einzelne Inhaltsblöcke (oder Gadgets) zusammenklickt und diese auf einer Seite anordnet. Das Ganze hat dann den Vorteil, dass man zum Beispiel die aktuelle Wettervorhersage für seinen Heimatort, Nachrichten und das Fernsehprogramm übersichtlich auf einer Seite versammeln kann.
Und natürlich können Sie auch die neuesten Singles auf Ihre Startseite holen. Denn jeder dieser Anbieter sieht auch die Möglichkeit vor, RSS-Daten in die Startseite einzubauen. Sie müssen unsere RSS-Feeds angeben - die finden Sie übrigens hier. Und schon sind Sie auf Ihrer persönlichen Startseite immer informiert, was sich denn nun auf ICONY Neues tut.
Die Kunst des Speed-Datings
Wenn Sie zufällig in Trier oder der dortigen Umgebung wohnen, können Sie Ihrem Liebesglück am 14. Dezember mal auf ganz besonders kultivierte Weise auf die Sprünge helfen: beim Speed-Dating im Stadtmuseum Simeonstift. Am Abend dieses Tages wird das Museum nach den offiziellen Öffnungszeiten nämlich ganz exklusiv zehn Männern und zehn Frauen zur Verfügung stehen, die in diesem Rahmen nach der großen Liebe suchen wollen. Die Veranstaltung läuft nach dem bekannten Speed-Dating-Konzept ab, bei dem sich die jeweiligen Teilnehmer reihum für jeweils sieben Minuten beschnuppern dürfen und beim Gongschlag zum nächsten Kandidaten wechseln. Treffpunkte sind dabei zehn ausgewählte Kunstwerke des Museums, darunter passenderweise auch die Skulptur von Venus und Paris, aber auch mittelalterliche Schandmasken (warum wohl ausgerechnet die? Haben die da keine nette Amorstatue?).
Das diesmalige Speed-Dating ist für Damen und Herren ab 21 Jahren gedacht; es sind aber auch weitere Veranstaltungen in Planung, bei denen bezüglich den Altersgruppen differenziert werden soll. Auch Speed-Dating-Gay und Speed-Dating-Lesbian sollen noch folgen. Man sieht, die Kuratoren des Museums lassen sich wirklich für jede Zielgruppe etwas einfallen! Kostenpunkt übrigens 15 Euro, anmelden kann man sich mit Alters- und Geschlechtsangabe unter stadtmuseum@trier.de (muss man auch, da die Teilnehmerzahl ja begrenzt ist).
Falls Sie zufällig ein analytischer, unabhängiger oder innovativer Denker, ein sensibler Macher, ein spontaner, engagierter, harmoniebedürftiger oder verträumter Idealist sind (oder auf der Suche nach einem dieser Persönlichkeitstypen) - dann ist dieses Event eigentlich wie für Sie gemacht! Für Kunst interessieren sich diese Typen nämlich ganz besonders, so dass das Ambiente ihnen sicher sehr entgegenkommt. Zugegeben, die extrovertierten unter den genannten Typen werden sich mit dem Setting des Speed-Datings wahrscheinlich etwas leichter tun als die introvertierten. Aber auch den analytischen und unabhängigen Denkern, den sensiblen Machern, den harmoniebedürftigen und verträumten Idealisten könnte es wirklich gut gefallen, wenn sie es schaffen, über ihren zurückhaltenden Schatten zu springen. Und das hat doch auch was, wenn Sie auf die Frage, wo Sie Ihren Schatz denn gefunden haben, später bei der Silberhochzeit antworten können: "im Museum!" ....
Ja, ich will ... lieber doch nicht!
Sie haben Ihr Herzblatt auf ICONY oder vielleicht auch im Museum gefunden? Flirtphase, erste Liebesnacht und ersten ordentlichen Krach erfolgreich hinter sich gebracht? Sind vielleicht sogar zusammengezogen? Und dann haben Sie beide beschlossen, dass es an der Zeit ist, Nägel mit Köpfen zu machen und gemeinsam vor den Altar (oder Standesbeamten) zu treten? Herzlichen Glückwunsch! Dann haben Sie jetzt sicher viel damit zu tun, die Hochzeit zu organisieren, Einladungen zu verschicken, Geschenkelisten abzusegnen, Menüfolgen zusammenzustellen, Brautkleid auszuwählen ... aber vergessen Sie auf keinen Fall die Rücktrittskosten-Versicherung, abzuschließen, ja?
Wenn Sie jetzt verwirrt drein schauen und sich fragen, ob wir hier gerade etwas durcheinander gebracht haben, weil Sie eine Rücktrittskosten-Versicherung bisher nur von ihren Reisen nach Mallorca oder Florida kennen, dann sind Sie in Sachen "allgemeiner Lebensrisiken" scheinbar nicht ganz auf dem neuesten Stand. Was ist schon eine Woche Ibiza für 398,- EUR im Super-Sonderangebot für ein Popel- Risiko im Vergleich zu einer Hochzeit, die locker mal ein paar Zehntausend kosten kann? Die Spanier beispielsweise geben derzeit für den schönsten Tag im Leben durchschnittlich (!) etwa 30.000,- EUR aus. Auch die Briten nehmen hierfür durchaus etwa 20.000,- EUR in die Hand. Und selbst die sparsamen Deutschen liegen im Schnitt immer noch bei 13.000,- EUR. Wenn so ein Event dann kurzfristig platzt, kann das zum finanziellen Super-GAU für so manchen werden. In Großbritannien - das meldete die Zeitung "SUN" diese Woche - ist die Anzahl der abgesagten Hochzeiten innerhalb der letzten 12 Monate um 50 % angestiegen. Häufige Gründe dafür sind die Krankheit eines nahen Verwandten, aber zunehmend auch Pannen während des Ablaufs, beispielsweise ein nicht rechtzeitig geliefertes Brautkleid. Deshalb bietet Debenhams Wedding Insurance den Insulanern eine Standardpauschale an, über die bis zu 40.000 EUR Ausfallkosten für eine Hochzeitsfeier abgesichert sind. Ein vergleichbares Angebot (bis 25.000,- EUR allerdings nur) findet man für Deutschland übrigens bei HanseMerkur.
Wer jetzt aber denkt, er könne den kommenden Weihnachts- und Silvesterfeiertagen (die ja traditionell häufig für Heiratsanträge in romantischer Umgebung genutzt werden) entspannt entgegensehen, weil er im Notfall ja noch kurz vorher ohne finanzielles Risiko die Flucht ergreifen könnte, irrt: Versichert sind nur Fälle von "höherer Gewalt", z. B. Unfall, Erkrankung, ein Hausbrand oder dergleichen.
Das "Nein" von Braut oder Bräutigam vor dem Altar bzw. die Panik kurz vor dem großen Tag dagegen sind von der Police ausgeschlossen. Außerdem darf die Versicherung nicht später als 21 Tage nach Buchung des Arrangements für die Hochzeitsfeierlichkeiten abgeschlossen werden - und es müssen noch mindestens 30 Tage bis zum großen Tag sein. Also denken Sie das mit dem Verlobungsring unterm Weihnachtsbaum vielleicht doch erst noch mal gründlich durch, bevor Sie zum Juwelier flitzen. Damit Sie nicht die nächsten zehn Jahre damit verbringen, den teuersten Nicht-Tag Ihres Lebens abzustottern ...
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Tags für diesen Artikel: brautkleid, dating, Google, hochzeit, Hochzeitsfeier, Netvibes, Pagesflakes, rss, speed, trier, versicherung, Wedding Insurance
Donnerstag, 22. November 2007
Über Tannenzweige, Diamanten und Hausfreunde
Liebe Leser,
60 Jahre ist es nun her, dass die heutige Königin Elizabeth II. und Prinz Philip sich in der Westminster Abbey das Ja-Wort gaben. Aus diesem Anlass heisst es heute bei uns Bier-, Zinn-, und Gnadenhochzeit - aber den Hausfreund nicht vergessen!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr ICONY-Team
Rubinrot
Die Jahrestage einer Hochzeit werden bekanntlich mit verschiedenen Bezeichnungen belegt. So feiern Elizabeth II und Prinz Philip in diesen Tagen Diamantenhochzeit. Bei Altkanzler Helmuth Schmidt und seiner Frau Hannelore ("Loki") hält die Ehe schon seit 1942 - sie feierten dieses Jahr Eisenhochzeit. Die Bezeichnungen gehen auf entsprechende Bräuche zurück, die je nach Region Hinweise auf mögliche Geschenke bzw. eine entsprechende Lebensphase geben. So soll nach 30 Jahren Ehe eine Perlenkette (mit 30 Perlen) zur Perlenhochzeit Glück bringen. Die Leinenhochzeit mit 35 Jahren Ehe deutete auf eine mittlerweile verschlissene Aussteuer hin. Nach 5 Jahren Ehe, der hölzernen Hochzeit, geht man davon aus, dass sich das Paar nun aneinander gewöhnt hat - wenn das Paar allerdings noch kinderlos ist, heisst es in manchen Regionen auch Ochsenhochzeit.
Damit Sie auch in den Genuss von Blumen, Eisen, (Edel)Steinen und sonstigen Elementen kommen, schauen Sie sich doch auf ICONY nach heiratswilligen Partnern um. Sollten Sie an der Ehe zweifeln, können Sie ja auch die Jahrestage Ihrer Beziehung nach Hochzeitstagen benennen. Übrigens, die Trauung wird auch Grüne Hochzeit genannt. Vor allem in Norddeutschland, da hier das Haus der Eheleute mit Tannen und Kränzen geschmückt wird.....
Tannengrün
Wo wir gerade über Tannen sprachen, es wird nun langsam wirklich Zeit!
Die Supermärkte verkleinern schon Ihre Schokonikolaus- und Lebkuchen- Sonderstände und räumen anstelle dessen 5 kg Großpackungen Mehl, Zuckerstreusel, Marzipan und Schokoraspel in die Regale. Ja, die Adventsbäckerei startet. Vanille Kipferl, Zimtsterne, Nussecken, Nougattaler, Makronen, Rumtrüffel, Hildatörtchen, Heidesand, Bärentatzen, Marzipankartoffeln, Spritzgebäck, Schwarz-Weiß Gebäck, Elisenlebkuchen, Baumkuchen und Christstollen wollen gebacken werden.
Gerade Christstollen, aber auch viele Kekse (Makronen, Gebäck mit Eischnee) bedürfen noch einer langen Lagerzeit nach dem Backen, bevor Sie wirklich gut schmecken. So muss beispielsweise ein Christstollen nach dem Backen mindestens 3 Wochen kühl gelagert werden, damit er seine volle "Reife" erreicht. Sie sollten also langsam mal loslegen, wenn es denn zu den Festtagen einen saftigen Stollen geben soll, und die Makronen nicht steinhart beim Adventskaffee liegen sollen. Wenn Sie noch helfende Hände suchen, schauen Sie doch einfach nach Leuten, die sich mit dem Kochen und Backen beschäftigen. Oder suchen Sie einfach mal nach "Konditor" oder "Bäcker" - vielleicht brauchen Sie dann dieses Jahr nur einem lieben Menschen über die Schulter zu schauen, anstelle selber zu Kneten und zu Backen.
Hausfreunde
Zum Schluss wollen wir Ihnen noch ein Rezept für richtige Hausfreunde ans Herz legen und wünschen jetzt schon ein gutes Gelingen
Zutaten:
125 g Mehl
80 g Butter
30 g Zucker
1 Prise(n) Salz
4 EL Preißelbeergelee
200 g Rohmarzipan
200 g Kuvertüre
80 g Walnusskerne
Zubereitung
Mehl, Butter, Zucker und Salz zu einem geschmeidigen Mürbeteig verkneten und ausrollen.
Mit einer Form runde Kekse ausstechen und bei 200°C ca. 8 min. backen.
Die Kekse abkühlen lassen. Währenddessen die Marzipanmasse dünn ausrollen und etwas größer als die Kekse ausstechen.
Die abgekühlten Kekse jeweils mit einem Klecks Gelee versehen und den Marzipanausstecher drüber ziehen - die Ränder nach unten umschlagen, damit der Gelee nicht auslaufen kann.
Die Oberseite mit der erwärmten Kuvertüre bestreichen und auf jeden Hausfreund eine halbe Walnuß setzen.
Fertig und guten Appetit!
Geschrieben von ICONY Redaktion
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Tags für diesen Artikel: Christstollen, Hausfreund, Hochzeit, Königin Elizabeth, Loki, Mürbeteig, Rubinrot, Tannengrün, weihnachten
Donnerstag, 15. November 2007
Von verliebten Holländern und Glühwürmchen
Liebe Leser,
was tun Holländer und Glühwürmchen, wenn sie verliebt sind? Nun, beide betreiben eine Menge Aufwand, um ihre Angebeteten zu betören. Soviel steht fest. Beispiele folgen. Bei Glühwürmchen kann dies mitunter jedoch schlecht ausgehen. Da stellt sich die Frage nach alternativen Partnermodellen. Kann man mit jemanden zusammen sein - und gleichzeitig getrennt leben? Diese Idee wird zur Zeit in unseren Blogs diskutiert. Worum es geht? Sehen Sie selbst ...
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr ICONY-Team
Große Stadt, getrennte Bleibe
Es entstehen ja ständig neue, interessante Diskussionen in unseren Blogs. Das funktioniert so, dass jemand beginnt, einen Blogbeitrag zu schreiben, und andere entweder diesen Beitrag kommentieren oder auf ihrem Blog selbst etwas zu diesem Thema veröffentlichen. Aktuell geht es zum Beispiel um ein neues Lebensmodell in Großstädten. Das Ganze nennt sich neudeutsch "Living Apart Together" (LAT).
moewejonathan schreibt in seinem Blog:
"Living Apart Together heißt das begehrte Lebensmodell, bei dem jeder Partner bewusst eine eigene Wohnung behält, sich aber dennoch in einer ernsthaften und dauerhaften Beziehung fühlt. In den vergangenen 15 Jahren sei diese Lebensform vor allem bei Paaren ab Ende 30 immer beliebter geworden, sagt Neberich. Je größer die Städte waren, desto mehr LATs fanden sich dort. Während junge Paare in ihren 20ern den LAT-Zustand häufig als Zwischenlösung bis zum Zusammenziehen betrachteten, scheinen sich ältere Partner ab Ende 30 ganz bewusst für eine "Getrennt-Zusammen"-Beziehung zu entscheiden. Sie sehen dieses Modell als attraktive und langfristige Alternative, nicht mehr als Übergangssituation", berichtet Neberich. Nach den bisherigen Untersuchungen fühlten sich Paare mit ihrem Living-Apart-Together-Konzept genauso glücklich wie Partner in einer gemeinsamen Wohnung."
Venus61 meint dazu:
"Sicher gibt es Leute, zu denen dieses Modell passt. Ob es wirklich auf Dauer funktioniert, ist die Frage. Auf der anderen Seite werden viele auch den finanziellen Aspekt miteinbeziehen. Denn bei den jetzigen Preisen und immer knapper werdenden Geldbeuteln macht es kaum Sinn, zwei Haushalte langfristig nebeneinander zu führen. Es ist doch auch möglich, so zu wohnen, dass jeder seinen eigenen Bereich behält. Ich finde, wenn man nicht zusammen wohnen möchte, stimmt auch einiges andere nicht u. ist somit halbherzig....passt jedoch sehr gut in unsere Zeit. Keiner will mehr Verantwortung übernehmen u. sich wirklich auf etwas einlassen. Man nimmt sich überall das Sahnehäubchen heraus...die nicht so schönen Dinge kehrt man unter den Teppich."
Und was meinen Sie dazu? Wäre das ein Modell, nach dem Sie Ihre Partnerschaft leben könnten? Dann kommentieren Sie doch die Blogbeiträge von moewejonathan, Venus61 oder eisbaerweibchen. Oder schreiben Sie selbst einen Beitrag zum Thema "Große Stadt, getrennte Bleibe"!
Laura lernt Holländisch - und die Netzwelt lernt mit
Online-Dating-Liebesgeschichten gibt es ja mittlerweile schier unzählige. Viele davon haben wir im Laufe der Zeit auch hier vorgestellt, weil sie besonders rührend, schockierend, traurig, glücklich, lustig oder verrückt waren. Heute ist mal wieder eine davon dran, die auf jeden Fall das Prädikat "besonders originell" verdient, nämlich die von Brenno de Winter und seiner Laura.
Brenno ist 35, Holländer und war im Frühling 2006 auf der Suche nach der großen Liebe im Netz. Ziemlich schnell verliebte er sich auch bis über beide Ohren in eine gewisse Laura. Leider hatte die Traumfrau einen klitzekleinen Schönheitsfehler: sie lebt in Kalifornien und spricht nur Englisch. Das spricht Brenno als gebildeter Mitteleuropäer zwar auch, so dass die Romanze nicht an Kommunikationsschwierigkeiten gescheitert wäre. Trotzdem fand Brenno, dass seine Zukünftige doch auch seine eigene Muttersprache beherrschen sollte. Und um ihr die nahe zu bringen, kam er auf eine sehr witzige und persönliche Idee: Seit Mai 2006 stellt er für seine Laura regelmäßig einen selbst gebastelten Podcast ins Netz - sozusagen eine maßgeschneiderte Holländisch-Lektion. In den Podcasts spricht er seiner Angebeteten wichtige Sätze und Vokabeln des täglichen Bedarfs schön deutlich intoniert vor. Begonnen hat er didaktisch sinnvoll in Lektion 1 mit so zentralen Ausdrücken wie "guten Morgen", "guten Abend", "guten Tag" und "auf Wiedersehen" und ihr erklärt, wie man ein Gespräch in den Niederlanden höflich beginnt und beendet. Weiter ging's mit typischen Alltagssituationen: Laura lernte, wie man auf holländisch ein Getränk bestellt und nach der Rechnung fragt, wie man im Hotel eincheckt und dergleichen Nützliches mehr. In Lektion 9 ging es dann schon um die wichtigen Formulierungen für Herzensdinge: "Ich liebe dich" heißt auf holländisch zum Beispiel "ik hou van u" - wer es korrekt ausgesprochen von Brenno hören will, kann sich ja mal den entsprechenden Podcast hier anhören.
Nach über einem Jahr fleißigen Lernens kann Laura mittlerweile nach dem Weg fragen, weiß, wie man "ein gutes neues Jahr" oder "fröhliche Weihnachten" auf holländisch wünscht, kennt sich mit den Besonderheiten holländischen Essens aus und kann sich auch mit ihrem Zahnarzt in Holland verständigen. Ganz nebenbei vermittelt Brenno ihr auch noch so einiges an Landeskunde über seine Heimat, beispielsweise über die niederländische Geschichte oder geografische Besonderheiten. Aktuell lernt sie holländische Sprichwörter und Redewendungen, darunter "That brakes my clog!" | "Nou breekt me mijn klomp!" / "Das bricht mir glatt den Holzschuh!" Aber nicht nur Laura müsste mittlerweile im Alltag der "Käsköpp" ganz gut zurecht kommen, sondern auch bis zu 30.000 Websurfer, die mittlerweile den Brenno-Podcast regelmäßig verfolgen. Das Ganze hat ein bisschen was von dem rührenden Charme, den früher (vor ungefähr gefühlten hundert Jahren oder so) selbst aufgenommene Kassetten als Geschenk für den oder die Angebetete/n hatten. Das war damals sozusagen der ultimative Liebesbeweis, wenn sich jemand stundenlang mit Platten- und/oder Kassetten-Stapeln vor den Rekorder gesetzt hatte, um dem Objekt seiner Zuneigung schließlich einen ganz persönlichen Sampler mit selbstverständlich höchst tiefsinnig und bedeutungsschwanger ausgewählten und arrangierten Songs zu überreichen. Hoffen wir also für Brenno, dass Laura das auch zu würdigen weiß und die holländisch-amerikanische Liebesgeschichte ihrem verdienten Happy End zusteuert. (Weiß übrigens irgend jemand, was Happy End auf holländisch heißt?)
Der schmale Grat zwischen Leidenschaft und Tod
Zugegeben, Brenno treibt so einiges an Aufwand, um seine Laura zu gewinnen. Aber das ist in der gesamten Natur nun mal die Regel: die Männchen müssen sich mordsmäßig was einfallen lassen, um die Weibchen zu beeindrucken und von ihnen als Partner ausgewählt zu werden. Und "mordsmäßig" ist in manchen Fällen dabei durchaus wörtlich zu nehmen, wie Studien über das Paarungsverhalten der Glühwürmchen kürzlich zeigten.
Männliche Glühwürmchen umwerben die Weibchen bekanntermaßen mit Hilfe ihrer Fähigkeit, biolumineszierendes Licht zu erzeugen - das weiß jeder, der schon einmal in einer lauen Sommernacht draußen auf dem Land diesem faszinierenden Schauspiel zusehen konnte. Man darf sich das so ähnlich vorstellen wie das menschliche Balzverhalten in der Disco oder am Strand: Die Damen sitzen gemütlich am Rand und schauen zu, wie die Herren ihr Bestes geben, um zu demonstrieren, dass sie am tollsten von allen tanzen - pardon: blinken! - können. Natürlich sind die Damen vor allem an den Männchen interessiert, die dabei die beste Figur machen, sprich: die am hellsten und/oder im schnellsten Rhythmus von allen blinken. Leider hat dieses Bemühen für die Herren allerdings die gefährliche Kehrseite, dass sie durch dieses Manöver für Raubkäfer und andere Jäger schön deutlich sichtbar werden. So mancher Romeo, der es mit dem Geblinke übertreibt oder den falschen Moment dafür erwischt, landet daher keineswegs mit seiner Julia im Bett - äh, Gras - , sondern auf dem Abendessensteller eines Raubtiers ...
Sie sehen, unterm Strich sind wir Menschen vergleichsweise doch noch ganz gut dran mit unseren Balzritualen. Zumindest kosten sie uns in der Regel nur Arbeit und Fantasie, aber in den seltensten Fällen den Kopf.
Geschrieben von ICONY Redaktion
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